
Der zweite Band vereinigt Gedichte über Liebe und
Natur, über Freundschaft und das Zuhause. Zugefügt
sind poetische Texte, eine Mischform zwischen Poesie
und Prosa.
“Indem ich etwas oder jemanden in meinem Leben einen
herausragenden Stellenwert einnehmen lasse, mache
ich mich verwundbarer, verletzlicher. Ich mache mich
des Verlieren-Könnens bewusst und weiß darum
Vertrautes mehr zu schätzen...”
freundschaft
wenn wir laufen in das fallende laub des herbstes
hinein, wenn du sagst, erzähl mir eine geschichte,
lies mir vor ein gedicht von dir, wenn ich den duft
deiner seife atme, den ich so liebe an dir, wenn du
mich ansiehst ernst von der seite, wenn wir fahren
durch die stadt oder in das ins morgenlicht
getauchte weite land, wenn wir im nächtlichen regen
auf den straßen laufen oder im feuerlicht des kamins
sitzen und reden bis spät in die nacht, bis früh in
den tag, wenn die zeit zu fliegen scheint, kaum noch
wahrnehmbar ist.
undenkbar
undenkbar, dir nicht zu sagen, dass ich dich liebe.
undenkbar, dir zu sagen, dass ich dich liebe.
undenkbar, dir nicht klar zu machen mit allen worten,
wie sehr ich dich brauche. undenkbar, dir mit
hilflosen worten entgegenzutreten.
undenkbar, ohne dich zu leben. undenkbar, dir
aufzubürden die verantwortung, wenn du mich lieben
kannst nicht. undenkbar, zu gehen, ohne dich geküsst
zu haben. undenkbar, dich geküsst zu haben, und
gehen zu müssen dann. undenkbar, dich nicht
wiederzusehen. undenkbar, dich wiederzusehen, aber
dich verloren zu haben durch die worte meiner
verliebtheit, die dich erschreckten. undenkbar,
dich zu verlieren.