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Nicolai Gogol

Der Mantel

 

mit Holzschnitten von Werner vom Scheidt

Bibliophile Ausgabe,

gebunden und fadengeheftet,

96 Seiten, 10 Abbildungen

reduziert! 9,90 €

Nikolai Gogols Werke gehören, wie die von Puschkin und Turgenjew, zur Weltliteratur. Das Erscheinen seiner frühen Erzählungen in den 30er Jahren des 19.Jahrhunderts kam einer Sensation gleich, die rasch über Russland hinaus Wellen schlug. Eine bis dahin unbekannte realistische, psychologisch spürsinnige Schilderung verband sich mit phantastischer Erzählkunst, früher russischer Realismus mit romantischen Einflüssen.

“Der Mantel” ist eine einfühlsame Schilderung über menschliches Verhalten, über die korrupte zaristisch-russische Verwaltungshierarchie in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts. Der Mantel wird zum Sinnbild von unterwürfigem Streben nach Ansehen, von Neid und Habgier. Das Motiv der Verkleidung, des Anders-Sein-Wollens kann in der Literatur in allen Variationen durchgespielt werden, aber Gogols “Mantel” bleibt in der einfachen Schilderung von tief berührender Einzigartigkeit. Die ironisch-gehaltene Erzählung lädt zum Lachen ein – und das Lachen erstirbt dem Leser. Dostojewski resümierte literatur-und sozialgeschichtlich: “Wir alle kommen aus dem Mantel”.

 

Dem vorliegenden Bändchen sind die Bilder Werner vom Scheidts beigegeben. Der Grafiker und Schriftsteller, 1894 in Großblittersdorf/Lothringen geboren, 1984 in Bad Bergzabern gestorben, wo er seit 1940 ansässig war, ist vor allem als Schöpfer von Tierdarstellungen, auch von Porträts (u.a. von Hermann Hesse), als bildkünstlerischer Begleiter des Werks der Dichterin Martha Saalfeld (1898-1976), seiner Frau, bekannt geworden, weniger als Illustrator literarischer Werke anderer Autoren, obwohl solche Bildfolgen nicht selten in seinem Schaffen anzutreffen sind.

Vom Scheidt illustrierte Gogols “Der Mantel” 1973 mit zehn Holzschnitten. Bei dieser Illustration wählte der drucktechnisch äußerst versierte Künstler mit einem sicheren Gespür den Holzschnitt, den er von Anfang an meisterhaft ausübte, wie der von Otto Pankok herausgegebene Band “Deutsche Holzschneider”, 1948, belegt.

 

Was Puschkin von Gogols Fähigkeit sagte, dass er “den Menschen ... mit wenigen Zügen auf einen Schlag hinzustellen” vermochte, das kann auch für diese schwarz-weißen Holzschnitte gesagt werden. Hier findet sich die “greifbar plastische Anschaulichkeit”, die Gogol nach v. Bodenstedt charakterisiert.

Werner vom Scheidt versteht es, Gogol ganz eigen nahe zu bringen.

Der Künstler kann als Illustrator neu entdeckt werden.

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